Politik und Polemik

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Politik und Polemik

Beitragvon depp » 4. Mär 2011, 20:13

Besser kann ich das sicher nicht und es trifft meine Einstellung genau:
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon Natter » 4. Mär 2011, 20:26

Seltsam... nicht der erste, von dem ich in den letzten Tagen was von "Protest" und "Eskalation" lese oder höre.
Als ich vom "Benzingipfel" las, dachte ich auch kurz daran, dass wir da eigentlich alle mal auflaufen müssten... "man müsste mal", das scheint eine grunddeutsche Einstellung zu sein, und ich denke, nur deshalb wird auch erstmal weiterhin gar nichts passieren... man wird halt mal gucken, bei welchem Unsinn man als nächstes mitzumachen hat.
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon depp » 4. Mär 2011, 20:55

Natter hat geschrieben:... "man müsste mal", das scheint eine grunddeutsche Einstellung zu sein,...


Das sehe ich komplett anders. Ruhig bleiben ist meistens eine gute Strategie. In Deutschland
hat das Tradition, aber wenn das nicht mehr hilft, knallt's richtig und die Schäden sind nicht
kalkulierbar. Wenn klar wird, dass unsere Regierigen die Sparguthaben der Bürger als Sicherheit
für griechische oder spanische Kredite (Irland ist in einer völlig anderen Situation) eingesetzt
haben, wird's ungemütlich. Hoffen wir, dass das nie passieren wird. Die Deutschen haben schon mehrmals Europa in Schutt und Asche gelegt, weil die Politik die Realität ignoriert hat. "müsste
mal" funktioniert eben nur kurze Zeit.
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon Natter » 4. Mär 2011, 21:26

So weit sind wir da mit unserer Meinung gar nicht auseinander... eben weil es sonst irgendwann mal wirklich knallt, bin ich der Ansicht, dass man jetzt mal irgendwas tun sollte.
Aber - sollte, hätte, müsste, und vor allem "irgendwas"... da merkt man's schon, ich bin da auch relativ planlos. Ich denke nicht, dass zeitnah irgendwas Großartiges passieren wird, weil sich niemand so schnell wehren wird - nicht, solange sich das gerade in den Medien noch immer alles als Kleinigkeit verkaufen lässt... gerade die E10-Geschichte ist ein super Beispiel.
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon depp » 5. Mär 2011, 20:29

Natter hat geschrieben:..., solange sich das gerade in den Medien noch immer alles als Kleinigkeit verkaufen lässt...


Der Einfluss der Medien ist inzwischen dramatisch gesunken. Am offensichtlichsten wurde das bei der Debatte um "Deutschland schafft sich ab", bei der Medien und Politik Seite an Seite eine Diffamierungskampagne gefahren haben, die aber in der Bevölkerung nicht funktioniert hat. Das Buch hat sich trotzdem (oder gerade deshalb) über eine Million mal verkauft.

Beim Anschlag am Frankfurter Flughafen hätte ein blinder, tauber und fest schlafender Profiler einer fränkischen Dorfpolizeistation gereicht, um einen islamistischen Hintergrund zu erkennen, die Medien versuchen uns immer noch etwas von Ballerspielen unterzujubeln, damit das Problem nicht beim Namen genannt werden muss. Aber wenn du die Leserkommentare unter dem Artikel liest, merkst du, dass das nicht mehr funktioniert.

Einführung von E10, Glühbirnenverbot oder Websperren sind weitere Beispiele, wie die Politik sich selbst lächerlich macht. Allen gemeinsam ist, daß ein Problem (Klimawandel oder Kinderpornografie) erst ohne belastbare Fakten aufgeblasen wird (2 Meter Anstieg des Meeresspiegels bzw. Milliardenmarkt KiPo) und dann mit riesiger Fanfare untaugliche Maßnahmen ergriffen werden, die ausserdem von jedem klar denkenden Menschen als massiver Eingriff in die persönliche Freiheit empfunden werden.

Politik und Medien schaffen es, eine mehrwöchige Debatte über einen gekauften Doktortitel zu führen, aber der sog. Euro-Rettungsschirm, der den Wohlstand Deutschlands massiv gefährdet, wurde an einem halben Tag durchs Parlament geprügelt.

Was die machen sollten, weiß ich auch nicht, aber weniger wäre schon mal ein Gewinn!
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon Natter » 5. Mär 2011, 23:37

depp hat geschrieben:Was die machen sollten, weiß ich auch nicht, aber weniger wäre schon mal ein Gewinn!

Auch da sind wir zwei uns schon wieder einig... vielleicht sollten die uns da hinsetzen??
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon Balou » 6. Mär 2011, 10:41

Natter hat geschrieben:
depp hat geschrieben:Was die machen sollten, weiß ich auch nicht, aber weniger wäre schon mal ein Gewinn!

Auch da sind wir zwei uns schon wieder einig... vielleicht sollten die uns da hinsetzen??

...um was zu tun? Es kann immer wieder wunderbar nachvollzogen werden, wie Macht korrumpiert. Sei es, dass Poitiker so lange an ihrem Sessel kleben (Simonis, OB von Duisburg etc.) bis sie ihre Schäfchen im Trockenen haben, oder Manager, die am sog. Shareholdervalue mehr Interesse haben als an den Problemen, die sie umgeben.
Jeder hat ab einer bestimmten Zeit "im Amt" nur seine Interessen im Auge.
Auch die Revolutionen im Nahen Osten zeigen, dass die Machthaber nicht klein beigeben. Ihre Nachfolger werden zwar für die Demokratie kämpfen, aber sie sind genau so abhängig von internationalen Verflechtungen wie der Rest der Welt.

Fazit: Wo Menschen regieren, "menschelt" es. Würden wir "Anitmoppetisten" die Macht übernehmen, würden auch wir in einem System agieren müssen, dessen Regeln nicht nur durch uns bestimmt werden. Auch wir müssten uns Zwängen unterordnen, die wir eigentlich abschaffen wollten (Bsp: wer will schon Schuld daran sein, wenn Kinder von Hartz4 Empfängern keine ausreichende Bildung bekommen - also muß ein höherer Satz her.) Die perfekte Welt gibt es nur im Roman.
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon depp » 6. Mär 2011, 11:43

Balou hat geschrieben:
Natter hat geschrieben:... vielleicht sollten die uns da hinsetzen??

Es kann immer wieder wunderbar nachvollzogen werden, wie Macht korrumpiert.

Genau so ist es. Der große Erfolg Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg liegt meiner Meinung nach
daran, dass wir zwei unabhängige Systeme haben, die Macht der Politiker einzuschränken.
1. Grundgesetz und Verfassungsgerichte
Das sollte in jeder Republik so sein, ist hier aber besonders ausgeprägt. Was (mir) noch fehlt, ist
Strafbarkeit von Verfassungsbruch. Bisher ist es für einen Politiker schmerzhafter, bei rot über die
Ampel zu fahren, als offen gegen das Grundgesetz zu handeln.
2. Föderalismus
Der war von den Besatzern geplant, damit Deutschland handlungsunfähig wird und bleibt. Dass
gerade eine handlungsunfähige Politik der Bevölkerung hilft, hatten sie nicht erwartet. :lol:
Besonders schön finde ich, dass seit Mitte der Amtszeit unserer Bundesbirne immer so gewählt
wurde, dass die Regierungen möglichst schnell wieder entmachtet waren. Traurige
Ausnahme war die große Koalition, da war auch das Grundgesetz nicht mehr sicher, aber das wird
auf lange Zeit nicht mehr passieren. Besonders gut hat es mit SchwarzGeld funktioniert, eine
Landtagswahl (NRW) und das Thema war durch.

Insgesamt scheint das belgische Modell ganz gut zu funktionieren.

Balou hat geschrieben:(Bsp: wer will schon Schuld daran sein, wenn Kinder von Hartz4 Empfängern keine ausreichende Bildung bekommen - also muß ein höherer Satz her.)

Vorsicht! Bei dieser Argumentation wird aus einer Korrelation (schlechte Bildung bei Kindern
korreliert mit geringem Einkommen der Eltern) ein ursächlicher Zusammenhang (geringes
Einkommen erzeugt schlechte Bildung) konstruiert.

Da könnte ich problemlos 'ne alternative Erklärung anbieten: Die Eltern verdienen wenig, weil sie
dumm/faul/ungeschickt/hässlich/Alkoholiker... sind. Die Kinder haben das geerbt (bzw. sind
dadurch geschädigt worden) und sind deshalb ebenfalls erfolglos. Ob diese Erklärung besser oder
schlechter trifft, weiß ich nicht. Weil allerdings in Deutschland niemand in exponierter Position es
wagen wird, sowas öffentlich zu äussern, wird weiter nur über die Höhe von Transferleistungen
geredet werden.

Bei dem Thema bin ich allerdings durch die Familiengeschichte geprägt. Meine Großeltern sowohl
mütterlicher- wie auch väterlicherseits haben teilweise gehungert, damit alle ihre Kinder studieren
konnten.
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon Natter » 6. Mär 2011, 12:14

depp hat geschrieben:Da könnte ich problemlos 'ne alternative Erklärung anbieten: Die Eltern verdienen wenig, weil sie
dumm/faul/ungeschickt/hässlich/Alkoholiker... sind. Die Kinder haben das geerbt (bzw. sind
dadurch geschädigt worden) und sind deshalb ebenfalls erfolglos. Ob diese Erklärung besser oder
schlechter trifft, weiß ich nicht.

Beweisen kann ich es auch nicht - aber wenn diese Erklärung eher stimmt, muss es in meinem Leben zumindest teilweise nicht mit rechten Dingen zugegangen sein... oder ich bin eine von wenigen mit Glück im Unglück.

Ja, auch mit wenig Geld kann man seinen Kindern Dinge ermöglichen... leider will das nicht jeder, oder kann es aus anderen Gründen als den finanziellen nicht.
Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe muss da tatsächlich ein anderer Ansatz gewählt werden, als den Eltern Geld zu geben... aber den Eltern die Möglichkeit zu geben, für ihre Kinder Bildungsgutscheine in Anspruch nehmen zu können, was ja der neuste Plan zu sein scheint, wird da nicht ausreichen, das wird aus diversen Gründen nicht so genutzt werden, wie es genutzt werden sollte.
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Re: Politik und Polemik

Beitragvon Balou » 6. Mär 2011, 18:52

Balou hat geschrieben:(Bsp: wer will schon Schuld daran sein, wenn Kinder von Hartz4 Empfängern keine ausreichende Bildung bekommen - also muß ein höherer Satz her.)

Vorsicht! Bei dieser Argumentation wird aus einer Korrelation (schlechte Bildung bei Kindern
korreliert mit geringem Einkommen der Eltern) ein ursächlicher Zusammenhang (geringes
Einkommen erzeugt schlechte Bildung) konstruiert.


Das Beispiel war von mir schlecht gewählt. Ich wollte damit ausdrücken, dass auch die in der Machtposition befindlichen Damen und Herren nie frei in ihren Entscheidungen sind. Auch sie müssen sich dem herrschenden System bis zu einem gewissen Grad fügen. Selbst ein Herr Ackermann ist seiner Bank, den Aktionären und der Gewinnmaximierung unterworfen.
Dennoch ist und bleibt Demokratie die vernünftigste aller Regierungsformen.
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